Wie ethisch ist der Fleischkonsum?

Ehrlich gesagt habe ich mir bis vor kurzem nicht allzu viele Gedanken über dieses Thema gemacht. Erst nachdem ich mir Beiträge des deutschen Philosophen Richard David Precht angesehen habe, ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los. 

Vorab sollten wir klären, wie primär notwendig das Fleisch für den Menschen war und ist. 

Vor ca. 2,5 Millionen Jahren fingen die Menschen an Fleisch zu essen.

Funde aus dieser Zeit deuten dass das Fleisch mit jenen Werkzeugen verarbeitet wurde. 

<< Aus Homo wurde sapiens >>

Die Wissenschaft hat festgestellt das die Aufnahme von Fleisch, den Menschen zu dem gemacht hat was es heute ist. 

Also müssen wir festhalten, dass es evolutionär aus unermesslichen Wert für uns war. Soviel zur Historie.

Viele Wissenschaftler sind der Meinung, dass der Mensch soweit ausgereift ist um Fleischlos leben zu können. Untersuchungen bei Vegetariern ergaben lediglich ein Defizit an Vitamin B 12 und Eisen. Beides kann heutzutage durch Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen zusätzlich zugeführt werden.

Das Vitamin B 12 sollte auch auf keinen Fall fehlen im Organismus da dieser Lebensnotwendig ist. Es ist nämlich für viele lebenswichtige Funktionen zuständig wie unter anderem die Zellteilung.

Also haben wir zunächst mal geklärt dass wir kein Fleisch zum Überleben brauchen. 

Bevor wir zur etischen Sicht kommen durchleuchten wir zunächst die ökologische. 

Viehzucht ist für die Ökologie nicht mehr tragbar. 

Die Herstellung 1 Kg Fleisches benötigt  15.000 Liter Wasser.   Co2 Emissionen die durch die Viehzucht verursacht werden sind 40% mehr, als von allen Autos dieser Erde. Hinzukommt das Landwirtschaftliche Flächen die genutzt werden könnten für Getreide oder Gemüseanbau, weichen müssen für Weideland. Alles in allem ist aus der ökologischen Sicht die Frage wohl beantwortet ob wir weiterhin Fleisch essen sollten. 

Nun zur ethischen Sicht. 

Ich habe mir mittlerweile einige Videos über Schlachthäuser und Mastbetriebe angesehen. Da vergeht einem schnell der Appetit. Es ist erschreckend unter welchen Bedingungen den Tieren das Leben genommen wird. 

Wie unwürdig ist es ein Lebewesen in Legebatterien einzusperren, noch dazu in völlig überfüllten. Ich werde nicht umher kommen es „barbarisch“ zu nennen. Wie kann das die Menschheit eigentlich mit dem gewissen Vereinbaren? 

    <<  Durch Verdrängung >> 

Denn wir Assoziieren nichts mit dem Lappen der zwischen zweier Brötchen steckt oder mit den wohlgeformten Nuggets. Es ist für uns ein Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder eine Tomate. Falls doch mal der Gedanke aufkommen sollte das es sich um ein Lebewesen handeln könnte, so verdrängen wir diesen ganz schnell. 

Wie viele von uns könnten immer noch das Fleisch zu sich nehmen, wenn man zuvor gesehen hätte wie es geschlachtet wurde? 

In vielen Diskussionen die ich gelesen habe, geht es um bessere Bedingungen unter denen die Tiere getötet werden sollen. Das Schießen eines Tieres soll würdiger und leidloser sein als es zu schlachten. Es wird die Leidfähigkeit als Maßstab genommen ob und welche Tiere getötet werden können. 

Meine Meinung geht da in eine andere Richtung. Zwar wäre es ein guter erster Schritt die „Haftbedingungen“ zu verbessern, doch sollte hier nicht aufgehört werden.

Denn wer gibt uns das Recht einem anderen Lebewesen das Leben zu nehmen, nur weil wir an der Evolutionstabelle ganz oben stehen. Egal ob es dabei leidet oder nicht. 

Wie groß wäre in der Westlichen Welt die Empörung, wenn man Hunde und Katzen schlachten würde?

Welchen Mehrwert hat das Leben eines Hundes im Gegensatz zur einer Fliege?  Welchen einer Katze im Gegensatz zu einer Mücke?  

Wie leicht ist es doch eine lästige Fliege zu erschlagen. Nicht wahr?  Ich habe vor Jahren damit aufgehört!!

Unsere ästhetischen Vorlieben sollten doch nicht über das leben oder sterben eines Tieres entscheiden. 

Wer trifft diese Entscheidungen und wer setzt hier den Maßstab? Und nach welchen Kriterien?

Wir haben den Tieren nicht das Leben geschenkt, also steht es uns auch nicht zu es zu nehmen. Egal aus welcher Sicht man es sieht. Ob als Atheist oder religiöser Mensch. 

Wer kann denn Beurteilen wie sich ein Rind vor der Schlachtung fühlt? Wie sollten wir wissen welche panischen Ängste ein Huhn empfindet auf engstem Raum zusammengedrückt? 

Positiv überrascht bin ich über eine neue Errungenschaft. 

Seit einigen Jahren wird an der Universität in Maastricht für eine Sensation geforscht. 

Die Idee: Fleisch künstlich im Labor herzustellen. Dabei werden Zellen aus Muskelfleisch entnommen. Im Labor Stimuliert man es durch elektrische Impulse und bringt es so zur Zellteilung. 

Also im Prinzip das was sonst im Körper eines Tieres passiert. 

Das Fleisch ist somit 100% tierischen Ursprungs. Noch ist es nicht ausgereift, aber es ist nur eine Frage der Zeit. 

Das Fazit für mich: 

Ich bin NOCH kein Vegetarier

Das Ziel ist jedoch einer zu werden. 

Als ersten Schritt werden ich meinen Fleischkonsum drastisch senken, umso  peu à peu ganz wegzukommen. 

Eier kaufe ich bereits nur noch von Hühnern, welche im Freiland unterwegs sein durften. 

Das Ziel für jeden sollte zumindest sein sich mit dem Thema auseinander zusetzen, sich zu sensibilisieren.

2 Gedanken zu „Wie ethisch ist der Fleischkonsum?

  1. Hallo. Ich muss sagen ein toller Artikel. Ich versuche auch zum Vegetarier zu werden. Ich finde auch nicht das es moralisch korrekt ist Tiere zu töten.

  2. Hallo. Ich bin begeistert von deinem Artikel. Viel Erfolg schon mal vorab bei deinem Vorhaben.
    Freu mich schon auf neue Gedankengänge deinerseits.

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